Familienaufstellungen

Gruppenszene Familienaufstellungen

Während der Reiseseminare werden Familienaufstellungen
nach Bedarf als Instrument der Klärung eingesetzt.

Die Teilnehmer entscheiden selber, ob sie ein Thema aufstellen und bearbeiten wollen.


 

Oft gestellte Fragen

Was sind die Voraussetzungen für Familienaufstellungen?

Sie haben ein ernstes Anliegen, eine Problematik, zum Beispiel eine Krankheit oder ein destruktives Verhaltensmuster oder Sie fühlen sich von Ihrer Herkunftsfamilie abgeschnitten oder die gegenwärtige Paarbeziehung steckt in einer Krise. Wichtig ist nur, dass Sie ernsthaft eine Fragestellung bearbeiten wollen, also sehr motiviert sind, eine Lösung zu finden.

Beispiele für Fragestellungen sind: Partnerschaftsprobleme Kinderwunsch /Adoptionsfragen · Abtreibung /Fehlgeburt /Totgeburt Erziehungsschwierigkeiten · plötzliche Schicksalsschläge · unklare Lebenssituationen · Entscheidungsschwierigkeiten · seltsame körperlich-seelische Symptome · sexuelle Probleme, sexuelle Gewalt · Ängste /Zwänge (z.B. Waschzwang) · Spätwirkungen des II. Weltkriegs Sektenproblematik · schuldhafte Verstrickungen (z.B. Verkehrsunfall) Krankheiten, Suchtprobleme, Depressionen · Familienstreitigkeiten schwierige Kind-Eltern-Beziehung · Erbschaftsstreitigkeiten  Berufsfragen (Orientierung, Neubeginn) · Standortfragen (Wohnen und/oder Arbeit) Firmenübergaben /-übernahmen /Teilhaberfragen  Arbeitslosigkeit /Mobbing /Stalking · schwer zu verkaufende Immobilien · Zwillingsthematik (meistens: fehlender Zwilling)


Was muss ich über meine Herkunftsfamilie alles wissen?

In der Regel genügt es, die wesentlichen Ereignisse bis zu den Großeltern zu kennen. Wir arbeiten immer mit den Fakten, die bekannt sind, auch wenn es wenig ist. Eine Stammbaumerstellung ist empfehlenswert. Das Buch „Finden, was Frieden schenkt“ informiert eingehend über bedeutsame Ereignisse, zum Beispiel Geschehnisse im NS-Regime. Es ist direkt bei Reinhard Lier auf freiwilliger Spendenbasis zu bekommen. Manche Teilnehmer hören lieber vorher das ausführliche Interview, das Dagmar Fischer im April 2002 mit Reinhard Lier zum Thema „Familienstellen“ geführt hat. Es ist mit 100 Fragen und Antworten auf www.lier.de unter Download-2 zu hören.


In einer Gruppe mit 20 bis 30 Personen fühle ich mich sehr gehemmt, kann ich da überhaupt zu einem Ergebnis bei einer Familienaufstellung kommen?

Die Arbeit des Familienaufstellens lebt von der Gruppe, um über Stellvertreter die Familie darstellen zu können. Die Gruppe dient also immer dem einzelnen Klienten, der seine Familie aufstellt. Die Atmosphäre ist würdevoll und freundschaftlich-menschlich. Alle Teilnehmer schauen mit Wohlwollen auf den, der nach Lösungen sucht. Es handelt sich um einen geschützten Rahmen, in dem der Einzelne nie dem aktiven, willkürlichen Einfluss der Gruppe ausgesetzt ist. Es besteht Schweigepflicht im Hinblick auf das bei anderen Teilnehmern Erlebte.

Immer wieder besuchen Paare gemeinsam eine Aufstellungsgruppe, um zum Beispiel ein Anliegen der Paarbeziehung zu lösen. Dann beginnt einer mit der Aufstellung des Gegenwartssystems (Mann, Frau und vorhandene Kinder), und der andere nimmt danach Veränderungen vor. Mit der schwierigen Variante der beiden Aufstellungen wird dann gearbeitet. Meist führt der Prozess bald in die Herkunftsfamilie der Beteiligten, und so wird dort weitergeschaut. Wichtig ist das Einverständnis beider Partner, gemeinsam die Familienaufstellung erleben zu wollen.


Ich habe einen fünfjährigen Sohn, der seltsame Verhaltensweisen zeigt. Kann er selber schon aufstellen?

Nein, bei Kindern in diesem Alter (meist bis 12 oder 14 Jahren) arbeite ich in der Regel über die Eltern. Ein Elternteil (oder beide) stellt die Familie auf, und wir suchen nach den verborgenen Verstrickungen. Wichtig sind die Ereignisse in beiden Linien des Kindes, also von Vater und Mutter bis zu den Großeltern.


Wie steht es mit der Nachbetreuung nach einer Familienaufstellung?

Das Bild der Lösung, mit dem die Aufstellung meist endet, braucht zu seiner Entfaltung in der Seele eine gewisse Zeit. Das können ein paar Monate oder sogar 2-3 Jahre sein. Je schwerer die Verstrickung, umso so tiefer die lösenden Bewegungen der Seele. Es kommt also zu einem natürlichen Selbstheilungsprozess, dem man Vertrauen schenken und den man daher nicht stören sollte. Der Klient weiß in der Regel am besten, ob er weitere Hilfe braucht. Manchmal empfehle ich aber auch zusätzliche therapeutische Schritte, wenn die Notwendigkeit dazu besteht. Grundsätzlich bin ich für die Klienten immer erreichbar per Telefon, E-Mail oder im direkten Gespräch.

 


Der Stammbaum der Herkunftsfamilie

Es ist hilfreich, den Stammbaum in einer Zeichnung zu erfassen und zum Reiseseminar mitzubringen. Dazu hier weitere Informationen.

Bert Hellinger hat als wesentlichstes Grundbedürfnis des Menschen das Bedürfnis nach Bindung und Zugehörigkeit zu Familie und Sippe beobachtet. Wir werden hineingeboren in unsere Familie und sind ihr absolut auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Als Kind erblicke ich die Eltern und nehme das Leben, wie es in mich hinein fließt. Kinder lieben ihre Eltern absolut und sind ihnen zutiefst treu. Wir begegnen hier dem Bereich der Herkunftsfamilie.

Zu ihr gehören stammbaummäßig im Sinne der Verstrickung:

* Geschwister, auch Totgeborene oder abgegangene Kinder ab Empfängis, auch weggegebene Kinder (Adoption)

* Halbgeschwister, also Kinder, die ein Elternteil mit einem anderen Partner hat

* Vater und Mutter

* frühere Partner (feste Bindungen) der Eltern

* Onkel und Tanten (also Geschwister der Eltern)

* Großeltern

in der Regel schwächer wirkend:

* Geschwister der Großeltern

* frühere Partner der Großeltern

* Urgroßeltern

Weiterhin:

* Menschen, durch deren Gehen oder Tod die Familie einen Vorteil hatte

Nicht dazu gehören:

* Stiefgeschwister (mitgebrachte Kinder früherer oder späterer Partner der Eltern)

* Cousins und Cousinen und deren Ehepartner und Kinder

* weiterhin die Ehepartner und Kinder von Onkel, Tante, Großonkel oder Großtante

oder von den eigenen Geschwistern

Es empfiehlt sich, zur Klärung der eigenen Familiensituation einen Stammbaum zu zeichnen. Beim Betrachten der Familienmitglieder einschließlich der eigenen Person fragen wir nur nach bedeutsamen Ereignissen, die den Menschen widerfahren sind. In diesem Sinne sind folgende Ereignisse zu beachten (diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!):

* schwere Krankheiten, Behinderungen, Süchte

* Errettung aus lebensbedrohlicher Situation (z. B. Ertrinken, Verschüttung bei Bombenangriff)

* früher Tod von Vater, Mutter, Geschwistern, Halbgeschwistern, früheren Partnern der Eltern sowie die Todesart: Unfall, Krankheit, Ertrinken, Verbrennen, Mord, Selbsttötung

* ist eine Frau (Mutter) während oder nach der Geburt gestorben?

* weggegebene Kinder (Adoption etc.)

* Unfälle (ohne tödlichen Ausgang)

* Adoption

* Klostereintritt

* Priesterschaft (katholisch)

* jüdische Abstammung

* Auswanderung nach Übersee

* Inzest, sexuelle Gewalt

* Verbrechen (besonders auch Kriegsverbrechen, auch die bloße Beobachtung von Kriegsverbrechen, insbesondere SS-Einheiten)

* schuldhafte Verstrickungen (auch durch Unfallverursachung)

* hat sich jemand unrechtmäßig ein Erbe angeeignet?

* Selbstmord

* Mord

* Heimatverlust (Vertriebenen-Schicksal)

* stammen die Eltern aus verschiedenen Ländern

* lebte jemand in einer Außenseiterposition, zum Beispiel als Homosexueller oder Spielsüchtiger oder Schwerkranker?